Traumaheilung & Bewusstwerdung

Fractale

Traumaheilung und Bewusstwerdung

Richard klagte darüber, dass er sich beim Vortrag vor seinen Kollegen permanent räuspern musste. Dadurch fühlte er sich sehr eingeschränkt. Das Bild, das Richard mit dem Symptom assoziierte war wie ein Kratzen auf Glas. Nicht nur für Richard war es eine vollkommene Überraschung, dass dieses Symptom ihn geradewegs in den Luftschutzbunker am Ende des zweiten Weltkrieges führte, wo er damals als kleines Kind starr vor Schreck im Schoss seiner Mutter ausharrte, bis der Horror vorbei war. Das bereitwillige sich öffnen für diesen jüngeren Anteil ermöglichte es, wieder in Verbindung mit ihm zu kommen. Die Würdigung dieses jüngeren Anteils und die Information durch den Erwachsenen, dass alles gut gegangen ist, führte zu einer schrittweisen Entladung der in diesem Ereignis erstarrten Lebensenergie mit hervorbrechenden Emotionen begleitet von einem starken vibrieren des Körpers. Es dauerte ein Weile, bis der jüngere Teil realisierte, dass er überlebt hat. Erleichterung und Entspannung breiteten sich in ihm aus und flossen dann dem Erwachsenen zu. Zum Abschluss schaute Richard mit großer Dankbarkeit auf das Symptom und lies es tief berührt wissen:„Jetzt ist der Krieg vorbei!“ Die konkrete Erfahrung lag damals über 60 Jahre zurück und er hatte keine Ahnung, dass das noch ungesehen war.

Für Richard war das eine traumatisierende Erfahrung im Luftschutzbunker, ein unerwartetes und überwältigendes Ereignis, dass seine Fähigkeiten bei weitem überstieg, damit fertig zu werden. So wurde es in tiefere Schichten verdrängt. Heute wissen wir, dass an den Folgen traumatisierender Erfahrungen nicht nur die Betroffenen selbst, sondern sogar die nachfolgenden Generationen noch schwer zu tragen haben. Deshalb ist es gut zu wissen, was ein Trauma ist, wodurch es entsteht, was die Folgen sind, wofür Trauma-Arbeit nötig ist und wie Trauma-Heilung geschieht.

Auszug aus dem Artikel „Traumaheilung und Bewusstwerdung“ aus der Zeitschrift „Einfach JA“ 

(veröffentlicht von Dr. Inge Grell in der Ausgabe Oktober/ November 2018)

 


Artikel weiter lesen

Teile die Inhalte mit deinen Freunden

Share on facebook
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on print
Share on email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.